Willkommen bei der Schweizerischen Greina-Stiftung

Forellen im Blauseeli bei Kandergrund (BE)

Die Natur steht unter beispiellosem Druck, besonders in der Schweiz. Im Vergleich zu anderen Industrieländern weist die Schweiz die höchste Anzahl bedrohter Arten und den geringsten Anteil an geschützten Flächen auf. Diese Mängel wurden bereits im Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) über die Umweltpolitik der Schweiz von 2017 aufgezeigt. Dies brachte unserem Land Tadel ein.

Der natürliche Fluss Ragn da Val Bercla

Die Schweiz verfügt über ein kostbares Erbe an Wasserressourcen. Sie werden massgeblich von natürlichen Faktoren wie dem Wetter und der Entwicklung der Gletscher beeinflusst, aber auch von menschlichen Aktivitäten wie der Nutzung der Wasserkraft. Eine natürliche Flussumgebung kann sich nur dann entfalten, wenn verschiedene Faktoren wie Wasserqualität, ausreichender Raum und naturnahe Ökosysteme vorhanden sind.

Die Schweiz zählt zu den Industrieländern mit dem höchsten Anteil an gefährdeten Arten. Zudem hinkt die Schweiz bei der Ausweisung von Schutzgebieten den EU-Ländern hinterher. Dies kümmert unser Parlament offenbar nicht. Der Ständerat ist in der Wintersession nicht einmal auf den Gegenvorschlag zur Biodiversitätsinitiative eingetreten. Somit wird es zu einer Volksabstimmung kommen.

Unsere Gewässer sind jetzt schon in einem schlechten Zustand. Durch den Klimawandel mit mehr Hitze- und Trockenperioden sowie Starkniederschlägen mit Überschwemmungen geraten sie unter zusätzlichen Druck. Wir müssen sie durch Revitalisierungen und mehr Restwasser widerstandsfähiger machen. Naturnahe Gewässer nützen nicht nur der Biodiversität, sie tragen auch zum Hochwasserschutz bei und bieten Erholungsraum. Bis 2090 sollen rund 4000 km revitalisiert werden.

Energiegesetz zu Lasten der Gewässer - aber kaum Solarstrom

Mit einem umfangreichen Gesetzespaket (Mantelerlass) will das Parlament die sichere Energieversorgung mit erneuerbaren Energien regeln. Damit sollen die fossilen Energien und der Atomstrom ersetzt werden. Dies ist dringend notwendig, aber die beschlossenen Massnahmen belasten vor allem unsere Gewässer und alpinen Landschaften. So wurden die Ausbauziele bei der Wasserkraft viel zu hoch angesetzt. Mit dem Mantelerlass ermöglicht das Parlament nun minimale Restwassermengen in Biotopen von nationaler Bedeutung und Wasserkraftanlagen in schützenswerten alpinen Auen. Aber bloss 2 TWh teurer alpiner Solarstrom soll bis 2040 genutzt werden. Viel zu wenig!