Willkommen bei der Schweizerischen Greina-Stiftung

Greina-Ebene (Quelle: Herbert Maeder)

Alle Fischarten begeben sich im Verlauf ihres Lebens in verschiedene Lebensräume. Neben der Wanderung zur Fortpflanzung tun sie dies auch um neue Lebensräume zu erschliessen, Nahrung zu finden sowie um vor Gefahren zu fliehen oder auszuweichen. Am bekanntesten sind Laichwanderungen,

Aeschen in der Kaltwasserzone im Rhein (© Rainer Kühnis und Samuel Gründler 2018).

Ein sehr warmer und trockener Sommer liegt hinter uns. Unsere Flüsse und Seen wärmten sich in Folge der Hitze und des Regenmangels stark auf. Dies führte bei Schaffhausen im Rhein und zwischen Bodensee und Rheinfall zu einem Fischsterben. Tausende Fische verendeten. Neben den extremen Wetterverhältnissen ist die verminderte Widerstandskraft der Flussökosysteme dafür verantwortlich.

Der natürliche Flémbach (Quelle: Herbert Maeder)

Vor 43 Jahren forderten 77.5% des Schweizer Souveräns in der Bundesverfassung (BV), dass die 15‘800 km «teilweise oder ganz trockengelegten Flussstrecken» bis 2007 saniert werden (Art. 76 Abs. 3 BV). Doch diese Gewässer- und Restwasserbestimmungen der BV werden bis heute vielerorts teilweise oder ganz missachtet und die vorgeschriebenen Restwassermengen massiv unterschritten. Daraus schöpfen einige Wasserkraftwerkbetreiber ungerechtfertigte Gewinne.

Nach dem Reaktorunfall von Fukushima beschloss der Bundesrat 2011 aus der Atomenergie auszusteigen. Die Energiestrategie 2050 des Bundes sieht vor, vor allem mit der Wasserkraft den Atomstrom zu substituieren. Obwohl 95% unserer nutzbaren Gewässer verbaut sind, soll die „Zitrone“ noch weiter ausgepresst werden. Die Sanierung bestehender Kraftwerke ist vernünftig und notwendig, um bei allen Flüssen und Bächen „angemessene Restwassermengen“ zu sichern.

Der Alpenrhein fliesst auf rund 90 km vom Zusammenfluss des Vorder- und Hinterrheins bei Reichenau-Tamins bis zum Bodensee. Von den einst 30 verschiedenen darin lebenden Fischarten sind heute bereits 14 ausgestorben, weitere 10 Arten sind sehr selten geworden oder im Begriff auszusterben. Gemäss Schätzungen konnten Mitte des 19. Jahrhunderts ca. 250 kg Fisch pro Hektare gefangen werden, heute sind es noch 10 kg.