ALPEX
Alpen-Experiment für Biodiversität und Klima
«Unsere Alpen befinden sich in einem grossen Experiment!»
Dr. Timo Rhyner
Wissenschaft und Naturschutz verbinden
Die Fragestellung lautet: Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf unsere alpinen Ökoregionen?
Unsere Alpen erwärmen sich doppelt so schnell wie andere Regionen der Erde. Die Flüsse widerspiegeln diese erhöhten Temperaturen im Wasser – damit sind tiefgreifende Folgen verbunden für Naturkreisläufe, Lebensräume und natürlichen Landschaften.
Das Projekt ALPEX schafft ein Netzwerk von Naturschutzakteuren, die durch gezielte Feldmessungen im Alpenraum die Veränderungen des Kohlenstoffkreislaufs erfassen und gleichzeitig die Biodiversität langfristig dokumentieren. So leistet ALPEX einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der natürlichen Funktionen der Gewässer – mit besonderem Fokus auf kleine alpine Fliessgewässer und alle drei relevanten Ebenen (Naturkreisläufe, Artenvielfalt, und kulturelle Bedeutung).
Das Ziel dieses Projekts ist es, durch gezielte Feldmessungen und Langzeitbeobachtungen, das gesellschaftliche Engagement für Naturschutz zu stärken – um Mensch und Natur näherzubringen.
ALPEX Gebiete
Insgesamt 10 alpine Flusslandschaften stehen derzeit unter Schutz. Diese Gebiete bieten sich als naturbelassene Systeme für gezielte wissenschaftliche Feldmessungen, um ein «natürliches Signal» zu erfassen ohne grosse menschliche Störfaktoren.
ALPEX Philosophie

Kleine Flüsse, grosse Wirkung
Unsere Philosophie ist es, die natürlichen Grundlagen zu bewahren, damit das Leben aufblühen kann — dort anzusetzen, wo die Veränderungen beginnen, und das Problem an den Wurzeln zu packen. Hoch oben in den Alpen, wo das Eis unter der Sonne schmilzt, entstehen unsere Flüsse. Genau dort sind sie am empfindlichsten. Genau dort setzt ALPEX an.
Das Gewässerschutzgesetz der Schweiz schützt die natürlichen Funktionen der Fliessgewässer. Dazu zählen Naturkreisläufe, die Artenvielfalt und ihre kulturelle Bedeutung als Teil der Schweizer Landschaft. Im Jahr 2011 einigte man sich am Runden Tisch für Wasserkraft auf eine Vereinfachung: die Festlegung einer Mindestgrösse des Gewässerraums. Seit 2015 gerät dieser Kompromiss jedoch ins Wanken, da durch eine Flexibilisierung bei kleinen Flüssen auf diese Mindestgrösse verzichtet werden kann, obwohl gerade diese überproportional wichtig sind.
Unser Projekt APLEX, soll eine für den Alpenraum spezifische Synergie der beiden ETH-Projekten Radiocarbon Inventories of Switzerland (RICH) und WildinSynch darstellen.
Das RICH Projekt (https://rich.ethz.ch/), führte erstmals eine landesweite Untersuchung von Radiokohlenstoff durch. Dabei wurden alle wichtigen natürlichen Kohlenstoffreservoire des Kohlenstoffkreislaufs (Atmosphäre, Vegetation, Boden, Grundwasser, Fluss und Seewasser sowie Seesedimente) in allen Ökoregionen der Schweiz erfasst.
Das WildinSynch Projekt (https://wildinsync.org/) widmet sich der Vertiefung unseres Verständnisses der Artenvielfalt in natürlichen Ökosystemen und der Bewertung ihrer langfristigen Gesundheit im Hinblick auf menschliche Aktivitäten, mit dem Ziel, fundierte und transparente Entscheidungsprozesse für die nachhaltige Entwicklung menschlicher Gesellschaften zu unterstützen.
ALPEX verbindet diese beiden Perspektiven: die stofflichen Kreisläufe des Lebens und die Vielfalt der Lebensformen, die davon abhängen. So entsteht ein ganzheitliches Bild davon, wie naturbelassene alpine Ökosysteme im Kontext des Klimawandels fungieren.
Unser Ziel ist es, sichtbar zu machen, wie wertvoll VAEW-Schutzgebiete sind — damit die Verordnung über die Abgeltung von Einbussen bei der Wasserkraftnutzung auch in Zukunft ihre Wirkung entfalten kann.
Werden Sie Teil unseres Netzwerks und schützen wir gemeinsam die Lebensadern unseres Planeten, damit das Leben aufblühen kann!
Resultate
Coming soon...
Studienstandorte
Unser Netzwerk
ALPEX Roadmap
2025
Lancierung des ALPEX-Projekts
Erste Probennahmen und deren Ergebnisse sowie die erste Fundraising-Kampagne sollen das Projekt zum Fliegen bringen. Damit wird die Basis für ein starkes Netzwerk aus Experten, Naturschutzakteuren, Unternehmern sowie engagierten Naturfreundinnen und Naturfreunden geschaffen.
2026
Automatisierung der ALPEX-Feldmessungen
Durch die nationale Vernetzung sowie insbesondere durch die enge Zusammenarbeit mit den Berggemeinden schaffen wir ein Netzwerk, um unsere Feldarbeit auslagern zu können. So können wir nicht nur saisonal Proben nehmen, sondern unsere Messungen auch gezielt an lokalen einheimischen Interessen ausrichten.
2027
Mid-Term Bericht für Sponsoren
Ein Bericht einer ersten Trendanalyse zeigt auf, wie viel Prozent durch das Projekt effektiv zum Naturschutzabkommen 30x30 beigetragen werden kann. Der Schlüssel liegt in der Akquirierung neuer Schutzgebiete und Naturperlen in den Kantonen Tessin, Wallis und Graubünden.
2028
Dossier für die Schweizer Bundesregierung
Ein erster Gesetzesvorschlag wird eingereicht, um den Schutz von kleinen alpinen Fliessgewässern zu gewährleisten. Die Idee orientiert sich am Auenschutzgesetz und stützt sich auf die Verordnung über die Abgeltung von Einbussen bei der Wasserkraftnutzung (VAEW). Dabei können wir unsere langjährige Erfahrung mit dem „Landschaftsrappen“ einbringen.
2029
ALPEX 2.0 - Transdisziplinäre Erweiterung
Aufbauend auf dem bestehenden ALPEX-Flussnetzwerk erweitert sich die Interessenvernetzung gezielt auf die Bereiche nachhaltiger Tourismus, Bildung und Politik. Diese transdisziplinäre Öffnung ist entscheidend, um das Engagement der Schweizer Bevölkerung zu gewinnen.
2030
Bundesinitiative Naturschutz-Express
Analog zur Bundesinitiative Solar-Express wird eine neue Initiative lanciert, die sich spezifisch dem permanenten Schutz der Schweizer Alpenlandschaften widmet. Durch ein Grossereignis anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Glacier-Express soll internationales Aufsehen erregt werden, damit die Schweiz ihre Rolle als Vorreiter und Vorbild im alpinen Naturschutz bewahrt.










